Ausstellungen 2014

Cluster

"Cluster" Renate Balda, Edgar Diehl, Christoph Dittrich, Gabriela Dauerer, Heinz Haberkorn, Marie Luise Heller, Vesna Kovacic, Rüdiger Lange, Ortwin Michl, Ivo Ringe, Thomas Weil, Elke Zauner
24. 11. 2014 bis 23. 1. 2015

Christoph Dittrich
Galerieraum
Rüdiger Lange

"Landschaften"

Rüdiger Lange und Szilard Huszank
29. 3. bis 25. 5. 2014

Der Künstler Rüdiger Lange stammt aus der Nähe von Dresden, lebt aber seit Jahrzehnten in München. Nach seinem Studium bei Prof. Zeniuk , das er als Meisterschüler abgeschlossen hat, verschrieb er sich der Landschaftsmalerei . Dabei gab er die klassische Malweise der Öl-auf –Leinwandmalerei auf und experimentiert mit verschiedenen Materialien. Zwar bleibt er beim Öl, aber als Bildträger nimmt er Sperrholzplatten, wodurch seine Bilder objekthaft wirken. Er verwendet weniger Pinsel, sondern Spachtel und Mauerkelle und modelliert damit seine Farben reliefartig auf die Bildträger. Seine Motive stammen aus der europäischen Landschaftsmalerei: Gebirge, Seen, Pflanzen, die aber eher schablonenhaft und nicht naturalistisch dargestellt werden. Durch den speziellen Farbauftrag kommt die besondere Sehweise des Künstlers zu Tage: ihn interessiert besonders das Strukturhafte an der Natur. Sein Blick in die winzigen Mikrokosmen von Pflanzen und Wasserpartikel, sein Blick auf Licht, auf die Atmosphäre der unterschiedlichen Tageszeiten wird sensibel eingefangen, obwohl die kraftvolle Malweise mit Spachtel und Kelle anderes vermuten lässt. Hier werden nicht einfach Landschaftsbilder als reine Abbilder der Umwelt hergestellt, sondern es wird experimentiert, um neue Sehweisen mit neuen Materialen im Genre der Landschaftsmalerei zu erzeugen. Für Rüdiger Lange bedeutet Malen aktives Sehen bei der Suche nach Erkenntnis.

Szilard Huszank, Jahrgang 1980 ist in Ungarn geboren und hat an der Akademie in Budapest studiert. Durch mehrere Stipendien ist er an die Akademie Nürnberg gekommen und hat bei den Professoren Sayler und Angermann, bei dem er Meisterschüler wurde, studiert.
Nachdem er anfänglich figürlich gemalt hat, ist sein derzeitiges Hauptthema die Landschaft. Bekannt wurde er mit seinen teilweise hyperrealistischen großformatigen Landschaftsbildern. In der Ausstellung hier wurden vorwiegend abstrahierende Landschaften gezeigt, die Szilard Huszank Imaginäre Landschaften nennt. Auf manchen der in dieser Ausstellung gezeigten Bildern erschließt sich die Landschaft erst auf dem zweiten Blick. Er wird in zahlreichen etablierten Galerien Deutschlands vertreten. Huszank lebt seit zwei Jahren in Augsburg .

"Räume/Körper"

"Räume/Körper" Christoph Dittrich und Elke Zauner
1. 12. 2013 - 16. 2. 2014

Elke Zaunerist 1972 in Altötting geboren und hat zunächst eine Ausbildung als Kirchenmalerin absolviert. Ein Freund hat sie danach angeregt eine künstlerische Weiterbildung zu verfolgen und hat 1995 einen Platz an die Münchner Kunstakademie in der Klasse von Prof. Baschang erhalten, wo sie bis 2002 Malerei studierte und Meisterschülerin wurde. Das war der Paukenschlag, der aus einer begnadeten Handwerkerin eine junge moderne Künstlerin mit Erfolgsgeschichte gemacht hat. Elke Zauner hat verschiedene Preise und Stipendien erhalten wie das renommierte einjährige Stipendium für einen Aufenthalt in der berühmten römischen Villa Romana, sie hat auch einige Zeit in Wien gelebt (DAAD Stipendium) und im Schwarzwald, bevor sie dann mit ihrer Familie – sie hat eine dreijährige Tochter – wieder zurück in die Heimat nach Tacherting, im Osten von München nahe Wasserburg, zog, wo sie jetzt ein eigenes Atelier baut.
In ihrem Bildern befasst Elke Zauner sich mit den Themen Farbe und Räume. Sie ist eine Malerin, die von sich sagt, dass sie keine abstrakte Malerin ist. Das verwundert auf den ersten Blick, da man beim flüchtigen Erstbetrachten ihrer Bilder erst mal keinerlei Gegenständlichkeit entdecken kann. Elke Zauner erzeugt in ihren Bildern architektonische Welten, in denen sie nichts dem Zufall überlässt. Sie malt nicht intuitiv, sondern setzt ihre vertikalen Linien bewusst und ganz überlegt und zwar so, dass eine Perspektive entsteht, welche aber nicht mit perfektem und genau errechnetem Strich erzeugt wird wie in Architekturplänen, sondern malerisch locker. Meist werden die Linien überlagert von vielen Pinselstrichen und Farbflächen, die am Ende einen neben -und ineinander geschachtelten Bildraum ergeben. Es entstehen flächenhafte Bildstrukturen, die linear aufgebrochen werden oder auch linear geschlossen werden. Es entstehen miteinander korrespondierenden und sich überlagernde Bildräume, die sich schließlich an einer Stelle zu einem geschlossenen Farbraum konzentrieren. Gemalt wird mit stark verdünnten Ölfarben, so dass fließende Übergänge zwischen den Farbtönen entstehen. Der Bildaufbau wird ständig durch Übermalungen korrigiert, aber nicht wegen Fehlern, sondern weil er erweitert werden soll, ohne den Untergrund komplett zu eliminieren. Der Betrachter erkennt schemenhaft Türen und Fenster, die sich labyrinthartig ineinander und hinter- oder übereinander befinden. Man sieht die vorwiegend vertikale Linienführung mit sich überlagernden Flächen, die trotzdem flächig bleibt und nicht vordergründig dreidimensinale Räumlichkeiten vorgibt. Zu guter Letzt ist es vor allem ein ästhetischer Genuss diese Bilder zu betrachten. Diese Bilder sind von eigener Schönheit und haben einen Reiz des Hineingehens in delikate Farbräume.
Der Künstler Christoph Dittrich ist 1971 in Ulm geboren und hat ebenfalls in München zu gleicher Zeit wie Elke Zauner (1995 – 2005) bei Prof. Beschang Malerei studiert. Auch er wurde Meisterschüler, hat schon mehrere Preise erhalten und Auslandserfahrungen. Christoph Dittrich lebt mit seiner Familie in Augsburg und gehört zu den Augsburgern Künstlern mit einer langen Ausstellungsliste.
Betrachtet man die Bilder der Vergangenheit fällt sofort auf: er malt in Werkgruppen. D.h. er arbeitet in einer von ihm bestimmten Zeitspanne an einem bestimmten Thema und wendet sich danach einer neuen zu. Die ältere Werkgruppe ist dann sozusagen abgeschlossen. Nun ist es aber nicht so, dass er immer neue Themen suchte, die unabhängig voneinander wären. Es scheint so, als wenn sich diese Werkgruppen immer mehr verdichten und sich steigern und auf eine Art Höhepunkt zusteuern.
Kurzer Überblick über ältere Werkgruppen: Um das Jahr 2000 entstand eine Serie Figurationen, in der sich organische oder vegetabile Motive in einem Prozess permanenter Aufdeckung mit gleichzeitiger Verdeckung überlagern und dynamisch ineinanderfließen.
In der darauffolgenden Serie Module finden sich Ringformen oder besser Module, von gleicher Größe und Farbigkeit, die sich auch wieder überlagern von einer imaginären Mittelachse aus.
Ab 2005 gibt es Bilder mit Elementen genannt Liquids, also flüssige Teilchen, die ellipsenartig zirkulieren, sowohl aufsteigend wie absteigend, geradezu ornamental.
Gleichzeitig werden in dieser Phase sog. dots (Punkte) gemalt. Die dots, die auch Kugeln sein könnten, schweben durch einen imaginierten Raum, sie sind gemalte dreidimensionale Bildkörper Netzstrukturen durchziehen hier die Bildaufbauten. Beide Sorten von Elementen, die Liquids und die Dots tummeln sich jeweils um eine große Form.
Der Betrachter glaubt in jeder Werkphase Vegetabiles zu sehen, nicht die Absicht von Christoph Dittrich ist, aber von ihm auch nicht ausdrücklich verworfen wird.
Diese Bilder der jetzigen Ausstellung in der Claudia Weil Galerie in Friedberg-Rinnenthal sind eine ganz neue Werkgruppe, die zum ersten Mal hier im Augsburger Raum gezeigt werden. Wir sehen zylinderartige längliche „Elemente “ mit kugelförmigen Enden, die auch wieder zu schweben, zu liegen oder zu fallen scheinen. Eine Art gigantischen Makrokosmos. Im Mikrokosmos betrachtet man ja das, was eigentlich ganz klein ist, im großen Massstab wie durch ein Mikroskop. Alle Kleinteile werden durch das Mikroskop riesengroß. In dieser Phase der Malerei wird eine ganz neue Variante der Elemente gemalt, die früher Module, Liquids oder Dots genannt wurden. Sie sind nun riesengroß und allen anderen Strukturen entledigt. Die Zylinder, die Christoph Dittrich ganz simpel Raumkörper nennt, sind eine Art Zuspitzung aller früherer Bildelemente. Eine wechselseitige Durchdringung findet aber auch hier statt. Jedoch klarer und eindeutiger. Christoph Dittrich wird in der Literatur als Grenzgänger zwischen Abstraktion und Gegenstand genannt. Das ist gut nachzuvollziehen. In der eigenartigen Schönheit, die so schwer in Worten zu beschreiben ist, wirken die neuen Bilder trotz ihrer Masse und Größe nicht aufdringlich oder gar bedrohlich.
Einige Bilder der Ausstellung sind erst wenige Wochen alt. Und schon wieder ist eine Steigerung zu erkennen: der Versuch Transluzidität zu kreieren. Die Raumkörper werden durchsichtig, wodurch eine neue Tiefenwirkung erzeugt wird. Die Ebene, die sich unter dem transluziden Raumkörper befindet, wird sichtbar.
Durch Form und Farbe sind die Körper weder der organischen noch der anorganischen Welt entnommen. Einerseits sind sie bis zum Bersten gefüllt mit einer uns unbekannten Masse und Energie, andererseits werden sie schwerelos und lösen sich in Licht und Luft auf, durch die Überlagerung mit dem Transluziden.

Pro Ausstellung
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