„ziemlich konkret“

Gisela Hoffmann und Monika Huber „ziemlich konkret“

Ausstellung vom 22. März bis 31. Mai 2015 aus Augsburger Allgemeine vom 27. März 2015

Ungeheuer vitale Kunst von Manuela Rieger

In der Galerie Weil in Friedberg - Rinnenthal zeigen zwei Künstlerinnen Konkretes „ziemlich konkret“ heißt die Ausstellung in der Galerie von Claudia Weil in Rinnenthal. Dort zeigen Gisela Hoffmann und Monika Huber ungeheuer vitale Kunst. Diese könnte auch unter dem Titel „Wechselnde Wahrnehmung“ stehen und zeigt genau das – dazu aber auch zwei Ansätze des Genres, die unterschiedlicher nicht sein und doch nicht besser zusammengehen könnten. Der erste Raum gehört dabei den Wandobjekten von Gisela Hofmann. Sie ist eine Vertreterin der konkreten Kunst, bei der Form und Farbe im Vordergrund stehen. Hoffmann erforscht seit vielen Jahren die Wirkung von Farbe, ihre Leuchtkraft und Intensität in unterschiedlichen Anordnungen und deren Umkehrungen. Die Künstlerin hat eingefärbtes Acrylglas als Material entdeckt und damit auch die Lust am Experimentieren und beschäftigt sich als dreidimensional arbeitende Künstlerin intensiv mit der Linie im Raum.

Mit scheinbar schwebenden Bänderinstallationen erschließt Hoffmann neue Räumlichkeiten. Und was das Auge nicht sofort erkennt, offenbart sich bei Bewegung des Betrachters geradezu sinnverwirrend, lässt die federleichten Wandobjekte sich, so scheint es, selbst bewegen – so virtuos gespieltes wie dynamisches Wahrnehmungsspiel ganz im Sinne der Konkreten Kunst. Das fluoreszierende, transparent farbige Acrylglas bündelt das natürliche Licht seiner Umgebung und lässt es gesammelt an den Kanten der Gravierungen wieder austreten. So leuchten die Arbeiten von innen. Auf den ersten Blick meint der Betrachter, das Konstruktionsprinzip eindeutig zu erkennen.

Das ändert sich, sobald er sich selber bewegt, seine Perspektive verändert. Es entstehen neue Räume. Statische Verhältnisse werden dynamisch, starre Linien geraten in Schwingung, Licht und Schatten lassen immer wieder etwas Neues entstehen.

So auch bei Monika Huber. Die Münchnerin verwendet in ihren Bildern verschiedene Materialien. Auf der Leinwand, dem Nessel, befindet sich nicht nur Farbe, sondern auch Tonpapier, auf dem dann wiederum gemalt wurde.

Und Monika Huber näht. Manche Arbeiten bestehen aus zusammengenähten Stoffbahnen Nessel, Farbe und Plexiglas. Bei diesen Glasbildern findet die Malerei auf verschiedenen Ebenen statt. Die Spiegelwirkung durch die Glasflächen kommt als neues Element der Wahrnehmung hinzu. Gelöst von jeglichem Bildgegenstand: Tiefschwarze Farbstrukturen geben Durchblicke frei auf lichte, unbemalte Partien: Spannungsreiche Kontraste entstehen durch vielschichtige Übermalungen und lassen optische Räume entstehen. Unbedingt sehenswert!

Ausstellung ziemlich konkret - Gisela Hoffmann Monika Huber
Gisela Hoffmann, Kreis
Gisela Hoffmann, Raumlinien
Monika Huber