Gisela Hoffmann bei Edition und Galerie Hoffmann, Friedberg Hessen

 über gisela hoffmann von adelheid hoffmann

ihre arbeiten nennt gisela hoffmann raumdefinitionen. sie spricht von linien, raumlinien, bändern, winkel-sequenzen, gewebeinstallationen, ortsbezogen, transparenz, durchsicht, zeit, spannung, innen-außen, fuge, eugen gomringer spricht hier auch von strategischem raum. ihre arbeiten sind leicht, sie markieren, ihre spannung ist betont bescheiden, sie braucht keinen transporter, sie packt die arbeiten unter den arm und kommt mit einem konzept. das feste, schwere ist das historische bauwerk, hier schafft sie neue räume durch aktionen, festes wird ersetzt durch leichte metallkonstruktionen und dazwischen gespannte farbige gaze, gazebänder bestimmter breite und farbe von der rolle.
ihre wandobjekte sind reliefs, deren linien nicht auf der wand aufliegen, sie sind immer dreidimensional. sie kippt die linien in den raum durch metall-stifte, die im rechten winkel zum hintergrund befestigt sind, hierüber spannt sie ihre gaze. eine feste räumliche farblinie bestimmter dicke wird durch leichte gaze-verspannung geschaffen, die sie rhythmisch setzt, oft als liniengruppen, fugen, deren linien zwei,- und mehrstimmig nacheinander aufgenommen werden, wiederholt werden, variiert werden, eine zeitliche folge, schnelle andeutung, die weitergeführt werden könnte. neu sind eckwinkel, die eine ebene markieren, die oben und unten platz läßt für neonröhren, die einen lichtraum zwischen diesen eckmarkierungen schaffen.
wir zeigen zwei frühe, autonome arbeiten, durchsicht II und durchsicht III von 1999. hier wird eine dünne metallkonstruktion, teils nur schmale metallrohre in ihrer „leichten schwere“ in gegensatz zur verspannung der noch leichteren stoffbahnen gesetzt, sie stehen frei im raum. ihre raumobjekte beziehen die vorstellung des betrachters mit ein, er schafft flächen zwischen ihren markierungen und setzungen.
ihre aktion als spannung schafft immer gerade linien, keine kurven, keine kreise, keine amorphen gebilde. nichts flattert, fliegt weg. es hat anfangs,- und endpunkt, obwohl die vorstellung diesen linie schwere wände im gebäude durchbohren läßt und sie ins ungewisse führen kann. wie macht sie das? ihr genügt die vorstellung. 1 linie, die durchstößt, sind in der realität 2 linien, eine hält an der schwere der wand inne, wird befestigt, die linie setzt sich hinter der wand in einem neuen raum fort, mit anfang und ende. man kann das illusion nennen, man kann es auch fantasie und wirklichkeit nennen. eine schere zerstört alles ganz leicht. vielleicht blamiert es den zerstörer, der eine andeutung, eine aktion nicht ertragen oder verstehen möchte.
 
 
 
 
hoffmann bei hoffmann