Aktuell Friedberg

 

ab 10. April wird die Ausstellung exe:)mpl//um mit Stefan Ebertadt präsentiert

Ausstellungsdauer: 10.04. - 10.06. 2021

Öffnungszeiten: je nach aktueller Lage des Landkreises Aichach-Friedberg und nach telefonischer Verabredung: 0171 3787487

 

Über die Ausstellung: Das titelgebende Wort exemplum wird hier als plastische Form begriffen und in Teile aufgeschnitten, zwischen denen Sonder-Zeichen so eingeschoben werden, dass formal-ästhetisch ein eigenständiges Gebilde mit einer neuen visuellen Lesbarkeit entsteht.

Das Wort exemplum dient hier als Beispiel für eine künstlerische Herangehensweise, Bedeutung durch Zerlegung und Neukombination zu wandeln und neu zu befragen. 

Stefan Eberstadt bezieht das Spiel mit dem Wort auf seine eigene künstlerische Position, indem er für diese Ausstellung exemplarisch Werke aus einem Zeitraum von über 20 Jahren versammelt…und doch bewusst offenlässt, wie der Betrachter das Exemplarische darin sehen kann.

Oft aus einfachen, unprätentiösen Materialien, wie Pressspan, Holzwerkstoffen, Kunststoffen und Papier gefertigt, entstehen seine Arbeiten, deren sichtbar gelassene Materialität sowie unbunte Farben, also schwarz und weiß, die formal reduzierte Erscheinung der Werke bilden. Als kubisch, orthogonal und seriell lässt sich ihre Formensprache auf den ersten Blick beschreiben, doch wird die allzu bekannte Erwartung, es hier mit konkreter Kunst zu tun zu haben, vom Künstler immer wieder unterlaufen, wenn er beispielsweise Verschraubungen sichtbar und sie damit bedeutsam werden lässt, genauso, wie heraustretender Leim, der zu Linien erstarrt, bewusst als Gestaltungsmittel stehen gelassen wurde. 

Oder zum Beispiel, wenn weiße Formen, die an mehreren Stellen einen niedrigen Quader aus Pressspan unterteilen, sich als säuberlich geschichtetes weißes DinA4 Papier erweist. „Dispenser“ nennt Eberstadt diese Arbeit und sie scheint zu implizieren, dass Betrachter einzelne Papiere mitnehmen könnten, was die Distanz zwischen Betrachter und Werk aufheben würde und ihn daran teilhaben ließe. 

Eberstadt fordert in seinen Arbeiten die Wahrnehmung des Betrachters, auf Beiläufiges genau zu achten, da es werk- und damit sinnbestimmend ist. Den Kontext des Konkreten erweitert der Künstler mit gewöhnlichen Materialien, die bewusst durch einfache handwerkliche Fertigungen zu ephemeren Strukturen zusammengefügt werden, hinter deren scheinbarer Banalität ein intellektuelles Spiel von Form und Bedeutung steckt… wodurch es immer wieder neu beispielhaft werden kann.

SE, März 2021