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Susanne Thiemann (Skulptur)
Thomas Weil (Malerei)

12. Juni bis 1. August

Susanne Thiemann wurde in Kiel geboren. Nach einer Ausbildung zur Flechtmeisterin und eines Kunststudiums an der Sommerakademie Salzburg entwickelte sie ihre eigene künstlerische Formensprache. Ihre bildhauerischen Wurzeln hat sie inzwischen längst verlassen. Seit 2008 verbrachte sie zweimal im Rahmen des prominenten Residency Program ISCP mehrere Monate in New York, kein Geringerer als Chris Dercon hatte sie dafür vorgeschlagen und besuchte sie dort in ihrem Atelier. Sie war in den vergangenen Jahren an zahlreichen Ausstellungen in den USA und Europa beteiligt. Susanne Thiemann lebt und arbeitet seit Jahren in München. 

Ihre Skulpturen sind durch Verflechten und Verknoten entstandene Formgefüge, deren Struktur von fester Flechthaut bis zum losen Netzwerk reicht. Es sind zumeist farbige, bewegte, zum Teil überlebensgroße Plastiken aus verschieden farbigen Plastikmaterialien. In der Verbindung von auf Funktionalität angelegter Technik des Flechtens und ihrer künstlerischen Suche nach einer, seinen eigenen Gesetzen folgenden Form, liegt die große Spannung und die Faszination ihrer Arbeiten. 

Das Harmonische des gleichmäßigen Geflechts wird durch Verformungen, Einschnürungen und Ausstülpungen durchbrochen. Es findet ein permanentes Spiel zwischen einem Chaos und einer Ordnung statt, zwischen einer offenen Struktur und der geschlossenen Form, einem Starren und einem weich Fließenden.

Ordnung spielt bei Thomas Weil eine übergeordnete Rolle. Durch sein Studium der Architektur steht sein Schaffen in engem Verhältnis zu Raum, Form und Proportion. In seinen Kunst am Bau-Arbeiten verwirklicht er großflächig angelegte Entwürfe, in der Malerei setzt er auf ornamentale Strategien. In seiner jüngsten Werkgruppe dreht er das bisherige Gleichgewicht von organischen Formen und einem darüber gelegten punktförmigen Ordnungsnetz um. Das geometrisch bestimmte Netz steht im Vordergrund und Verbindungslinien zwischen seinen Punkten zeigen neue Kraftlinien des zugrunde liegenden Ordnungssystems. Chaos findet man nirgends, jedoch sind Störungen in Form von Abweichungen oder Auslassen von Formdetails Wesensmerkmale seiner Bilder. 

Seine theoretischen Forschungen zum Thema stellt er in zahlreichen Lehrveranstaltungen und Vorträgen auf Hochschulen und Akademien oder Unternehmen vor. Ausstellungen in Museen und Instituten wie dem Wilhelm Hack Museum in Ludwigshafen oder im IKKP Rehau bei Eugen Gomringer rücken seine Position in die Nähe zur Konkreten Kunst. Sein internationales Agieren (Moscheebau in London und Lehren (Uni Kairo) zeigt seine große Affinität zum Orient. 
 

Susanne Thiemann und Thomas Weil
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